Mittwoch, 1. Juni 2016

Bottle Opener Challenge 2016 - Projektumsetzung (inkl. Video)



Auf dieses Projekt habe ich mich besonders gefreut, denn im April hatte ich auf YouTube und auch hier auf meinem Blog zu einer Bottle Opener Challenge aufgerufen. In diesem Bericht beschreibe ich den Bau meiner Umsetzung.




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Als ich zu Beginn an meinen Bottle Opener gedacht hatte, hatte ich gleich eine Idee. Ein abfallender Kronkorken sollte irgendwo herunter rollen bevor er aufgefangen wird. Ich hatte schon eine grobe Vorstellung und testete es erstmal an einem Probestück, jedoch brachten erste Versuche vorerst die Ernüchterung und ich fragte mich, ob das Ganze überhaupt so eine gute Idee war. Doch ich gab nicht auf und habe an dem Probestück immer weiter gefeilt bist es schließlich funktionierte.

Anschließend musste ich mir um die Holzauswahl und die optische Gestaltung Gedanken machen denn der fertige Bottle Opener sollte schon etwas her machen. So hatte ich in meinem Regal mit den Massivholzresten nachgesehen und dort ein paar schöne Stücke Eiche gefunden. Für mein Projekt das perfekte Holz da meine Konstruktion eher klassisch/rustikal aussehen sollte.

Als Grundlage dienten mir zwei Stück Massivholzdielen welche ich miteinander verleimt habe. Da ich keine große Hobelmaschine habe, war darauf zu achten, dass die Teile plan waren. Mit Zwingen und Hilfshölzern konnten die Teile zueinander ausgerichtet werden.


Die Kanthölzer wurden mit der Festool Zugsäge CS50 und dem Panther Blatt aufgetrennt und anschließend mit meiner kleinen Hobelmaschine abgerichtet und auf Dicke gehobelt. Nun konnten diese grob zugeschnitten und ebenfalls verleimt werden.


Als nun alle Hölzer verleimt waren, habe ich mit dem ersten Bauteil angefangen, es genauer zu bearbeiten.

Damit der Kronkorken nach dem Öffnen der Flasche sicher auf die "Laufbahn" fällt, war hierzu eine art Trichter notwendig, welcher den Kronkorken ausrichtet und auf die nächste Ebene leitet. Die untere Öffnung durfte also nur so groß sein, dass dieser gerade so hindurch passt. Zu beachten war hier allerdings das der Kronkorken sich beim öffnen unterschiedlich formt. Also musste hier ein kleiner Spielraum eingeplant werden.



Nachdem der Trichter fertig war, habe ich mit den Laufbahnen angefangen.




Um diese identisch zu formen, habe ich mir eine Frässchablone aus 9mm Multiplex gefertigt. Innenradien lassen sich wunderbar mit der Triton Spindelschleifmaschine formen.







Diese kann auf das "Original" genagelt und mit einem Fräser am Anlaufring abgefahren werden. Doch zuvor habe ich die Eiche Rohlinge grob ausgeschnitten.









Auf diese Weise können beliebig viele Teile gleich gefertigt werden. Da ich ein rechtes und ein linkes Teil benötgte, musste die Schablone bei dem zweiten Teil gespiegelt werden.





Anschließend musste die obere Seite gefalzt werden damit der Kronkorken beim herabrollen geführt wird.

Hierfür hatte ich eine Vorrichtung verwendet an welcher vorn ein Dübel angebracht ist. Dieser kann dem Fräser ausgerichtet werden und dient als Führung für das Werkstück. Beim fräsen bin ich in mehreren kleinen Schritten vorgegangen um die Rückschlaggefahr zu minimieren. Bei dieser Art zu Fräsen sollte sehr behutsam vorgegangen werden, da der Fräser z.T. nicht bedeckt ist.





Jetzt konnten die einzelnen Teile das erste mal an der Grundplatte fixiert werden und es konnten erste Tests erfolgen. Auch hier war wieder viel Geduld und ausprobieren angesagt.

Letztendlich mussten die Führungsbahnen noch etwas angepasst werden damit es optisch und auch funktionell passte.












Das letzte wichtige Bauteil war der Auffangbehälter wo die Kronkorken hineinfallen.





Diese Teile habe ich alle mit Dübelverbindungen mit dem Duodübler von Mafell gefertigt. 









Nachdem ich alles probeweise zusammengesteckt hatte, konnte es letztendlich verleimt werden. 
(Bild unten)




Zur optischen Gestaltung wurden zwischenzeitig an der Oberseite mit der Stichsäge zwei runde Ausschnitte ausgeschnitten.



Diese wurden etwas entfernt der angezeichneten Linie ausgeschnitten und anschließend mit dem Triton Spindelschleifer auf die gewünschte Form gebracht.


Anschließend habe ich am Frästisch einige Kanten mit einem Profilfräser verziert. Dabei ist mir ein kleines Missgeschick passiert. Mehr Infos dazu und wie ich das Werkstück gerettet habe in meinem Video!







Nun mussten noch die Löcher für die 3,5x35er SPAX zum befestigen der einzelnen Teile vorgebohrt werden...







...und anschließend wurde alles von K120 bis 240  in mehreren Schritten geschliffen.






Da das Wegschleifen von Brandstellen, welche beim fräsen entstehen können, eine mühsame Arbeit ist, habe ich die unschönen Stellen zuerst mit einem scharfen Stemmeisen vorsichtig abgekratzt und zuletzt mit einem Schleifschwamm geglättet. Dieser eignet sich dafür besonders, da er sich der Profilierung gut anpasst.








Mit meinem "Silhouette Portrait" Schneideplotter habe ich ein passendes Motiv zur Challenge entworfen und ausgeschnitten. Dieses wurde nach dem Schleifen an die vorgesehene Fläche geklebt. 




Da die Vinylfolie auf dem rohen Holz besser haftet als auf der geölten Oberfläche, habe ich es vor der Oberflächenbehandlung aufgeklebt.







Jetzt konnte die erste Ölschicht aufgetragen werden. Ich habe mich hier für das Outdoor Öl aus dem Festool Surfix System entschieden.



Nachdem ich alles geölt habe, wurden die Überschüsse mit einem Küchenpapier sorgfältig abgetragen. Am nächsten Tag konnte dann der Vorgang wiederholt werden sodass alle Teile zwei mal behandelt wurden.






Als dann alles getrocknet war, wurden die Bauteile montiert. 
Da eine der Schraube zur Befestigung verdeckt liegt, konnte der Metallöffner erst nach dem Aufhängen angeschraubt werden.



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Der fertige Bottle Opener konnte jetzt an seinen Bestimmungsort auf der Terrasse aufgehängt werden.
Ob alles funktioniert und wie ich es gebaut habe, könnt ihr euch gerne im unten eingebetteten Video ansehen. Doch zunächst ein paar Detailbilder des fertigen Bottle Opener.































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©HolzwurmTom 2016

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Kommentare:

  1. Hallo Tom,
    Cooler Flaschenöffner! Ich hätte liebend gern mit gemacht, mit fehlte allerdings die Zeit dazu.
    Da du ja den Flaschenöffner aus Eiche gebaut hast, hätte ich eine Frage an dich:
    An den Verleimungen kommt es bei mir immer wieder zu schwarzen Verfärbungen des Holzes. Angeblich reagiert die in Eiche enthaltene Gerbsäure mit den Eisenspänen und dem Wasser im Leim zu Rost. War das bei dir auch so? Hast du Gegenmaßnahmen getroffen?
    lg
    Stefan

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    1. Hallo Stefan,
      dass Eiche auf Metall mit schwarzen Flecken reagiert, ist bekannt. Allerdings habe ich mit Leim bisher keine Probleme gehabt. Ich kann mir nur vorstellen, dass hier auch irgendwelche winzig kleinen Metallreste/Späne vorhanden waren. Hast Du dieses Phänomen an verschiedenen Projekten und vielleicht auch mit unterschiedlichen Leimflaschen/Sorten erlebt?

      Viele Grüße und viel Spass beim holzwerken!
      Thomas

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    2. Leim hatte ich immer den gleichen: Wasserfest. Besonders stark ist es mir beim Muttertagsgeschenk aufgefallen, was ich einem Lack auf Wasserbasis lackiert hatte. Mit Ölen, etc. hatte ich noch keine Probleme.

      Ich werde halt versuchen in Zukunft so etwas speziell bei Eiche zu vermeiden...

      Viele Grüße & herzlichen Dank zurück,
      Stefan

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  2. Hallo Tom,

    die Idee ist klasse. Auf sowas wäre ich nie gekommen.
    Auch die Umsetzung ist wie immer super.

    Grüße
    Michael

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    1. Vielen Dank für Dein Lob, das schätze ich sehr!

      Bis bald
      Thomas

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  3. Hallo Tom, klasse umgesetzt dein Projekt. Schöner Opener.😊 Freu mich schon auf die nächste Challenge.

    Gruß Patti.

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    1. Vielen Dank Patti!
      Ich habe nichts gegen eine nächste Challenge!

      Gruß
      Thomas

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  4. Hallo Tom!

    Ein echt toller Wettbewerb, der auch im Netz richtig gut ankommt - gefällt uns sehr gut!

    Dein Bottle Opener sieht super aus, schöne Verarbeitung, gut gemacht! Wir freuen uns natürlich, dass Du wieder SPAX verwendet hast. Besten Dank dafür.

    Viele Grüße,
    Dein SPAX-Team

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    1. Dankeschön für euer nettes Feedback, dies schätze ich sehr!

      Viele Grüße

      Thomas

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