Donnerstag, 27. August 2015

Projekt: Füllstandsanzeige für die Zisterne


Am Anfange der Woche hatte ich ja ein kleines Rätsel aufgegeben. Ich muss sagen, ihr wart sehr schnell was die Lösung angeht. Super! Hätte ich nicht gedacht, vielleicht aber auch da dies für mich komplettes Neuland war. Am besten fand ich den Vorschlag mit dem Fluxkompensator aber es war natürlich eine Füllstandsanzeige für meine Regenwasserzisterne.



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Doch zunächst eine kurze Erklärung warum ich so eine Füllstandsanzeige jetzt brauche.

Unser Hauswasserwerk von Wilo verfügt über eine Automatik welche regelt ob Regenwasser oder Frischwasser gepumpt wird. Dies wird über einen Füllstandssensor in der Zisterne geregelt. Dieser Sensor funktioniert bei uns nicht mehr sodass die Anlage permanent Frischwasser pumpt. Dieser Sensor müsste also getauscht werden. Allein der Materialwert dieses Sensors ist aus meiner Sicht zu hoch, ausserdem sehr aufwändig zu wechseln da das Kabel aus dem Estrich herauskommt. So habe ich nach einer Alternative gesucht.

Im Internet ist dies ein oft beschriebenes Thema. Nach Beschreibungen anderer Betroffener scheint es mir, dass oftmals das Problem auch nicht behoben ist nachdem der Füllstandssensor getauscht wurde. Ich habe gelesen, dass manche Hausbesitzer einfach einen passenden Widerstand anstatt den Sensor angeschlossen haben. So "denkt" das Hauswasserwerk, es sei Wasser in der Zisterne.
Hörte sich gut für mich an, es gab jedoch ein Problem bei der ganzen Sache. Was ist, wenn die Zisterne leer ist, und man bemerkt es nicht rechtzeitig? Dies wäre sicher nicht gut für die Pumpe. So brauchte ich eine Anzeige, an der ich leicht ablesen kann, wie voll der Tank unter der Erde noch ist.
Bei diversen Anbietern im Internet wurde ich schnell fündig und sogleich wurde das Gerät mit LED- Anzeige für unter 30,- Euro bestellt. Noch eine Rolle Klingeldraht dazu und ich musste mir dann selbst was einfallen lassen wie ich den Messstab in der Zisterne umsetze.

Die einfachste Lösung für mich war, einfach ein Stück Holz zu verwenden, schließlich bin ich ja Holzwurm aber bei meinem Quiz rieten mir die meisten Teilnehmer davon ab. Ich wusste es vielleicht selbst und hatte gedacht, dass es schon eine Weile halten wird. Hier möchte ich allen nochmal danken, die mir den Anstoß gegeben haben, es noch einmal zu überdenken.
Ich bin dann zum Baumarkt gefahren und habe mir 2,5m Abwasserrohr gekauft. Eine Schelle zum befestigen dazu und schon konnte es losgehen.




Im Gegensatz zur Holzkonstruktion, musste ich das Rohr komplett anders gestalten. Ich beschloss, das Kabel im inneren des Rohrs zu verlegen. Damit eine größere Kontaktfläche besteht, habe ich den Draht mit M6 Schrauben verbunden.
Zuerst zeichnete ich meine Abstände von 16,5mm am Kunststoffrohr an und bohrte dann die 6,5mm Löcher für die Schrauben. Um die Schrauben dann von innen hereinstecken zu können und um das Kabel verlegen zu können, habe ich seitlich 30mm große Löcher gebohrt.




Unten am Rohr muss ein Massekabel installiert werden



Hier sieht man den Teils fertig montierten Messstab








Nachdem der Messstab fertig war, musste ich die Pflastersteine im Hof z.T. herausnehmen, da ich das Kabel von der Zisterne unter das Carport verlegen musste. Dort sollte die Anzeige angeschraubt werden.





Dann konnte der Messstab in der Zisterne montiert werden. Ich habe ihn hineingestellt und oben mit einer Schelle am eigentlichen Deckel der Zisterne befestigt.






Als die Pflastersteine wieder verlegt waren, konnte es an das Anzeigegerät gehen. Dieses habe ich auf einem kleinen Holzsockel befestigt. So kann es immer wieder abgeschraubt werden um z.B. die Batterien zu wechseln. Ich habe das Telefonkabel abisoliert und die Kabel zugeordnet. Hier hatte ich beim Messstab immer ein Kabelpaar übereinander bestimmt. Also Gelb/Weiss - Grün/Weiss - Braun/Weiss usw. Dumm nur, dass es zwei mal Rot und Blau gibt. Hier hatte ich die Kabel aber so angeordnet, dass ich es durch ausprobieren leicht zu bestimmen war. Zu meinem Glück war die Zisterne auch nicht ganz voll sodass ich es leicht ausprobieren konnte.



Dann noch den Deckel drauf und jetzt kann immer schnell überprüft werden ob noch ausreichend Wasser in der Zisterne ist. Falls nötig, kann ich dann das Hauswasserwerk per Hand auf Frischwasser umstellen.


























Ich wollte mich hier auch nochmal bei allen bedanken, die sich an dem "Quiz" beteiligt haben. Es hat mir sehr viel Spass gemacht und ich hoffe Euch auch!
Und natürlich geht ein ganz besonderer Dank an meinen Schwiegervater, der sich informiert hat, wie das Hauswasserwerk umgebaut werden kann und mir anschließend den passenden Widerstand besorgt hat.


Ende
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© HolzwurmTom 2015




Kommentare:

  1. Hi Tom,
    ja das war ja mal ein Projekt. Viel Arbeit. Hoffe das jetzt lange Ruhe hast. Technik ist schön, darf nur nicht kaputt gehen.

    Schöner Bericht.

    Gruß Patrick

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  2. Das hast du ja wirklich super gelöst. Ich gehöre leider eher zu der Gattung "2 linke Hände" und hätte mir sicher eine Firma nehmen müssen.
    Gruß, Andy!

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    1. Hallo Andy,
      vielen Dank für Dein positives Feedback! Freut mich, wenn's gefällt.
      Dieses Projekt ist im Grunde nichts aus meiner beruflichen Richtung aber auch nicht besonders schwer zu verwirklichen. So bin ich mir sicher, dass Du es auch umsetzen könntest :-)

      Viele Grüße
      Thomas

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  3. Hi Tom,
    Dir ist schon klar, dass der Sensor bald wieder defekt ist?
    Durch den Stromfluss vom Masseanschluss über das Wasser zu den Schrauben oxidieren /erodieren diese exorbitant schnell. Das geht zuverlässig und dauerhaft nur über kapazitive Messung und wasserdichte Isolierung des Sensors.

    Gruss, noch ein Tom

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  4. Ich hab die Elsner Tanksonde So250 als Füllstandsüberwachung für einen "Gartenteich" eingesetzt, und bin sehr zufrieden. Der einzige Nachteil ist das sich Wellen auch als Niveauänderung bemerkbar machen, und das bei tiefen Wasserpegel (bemerkt bei -2,20m unter Nornal) und starkem Wellengang gern mal das Reflexionssignal verloren geht

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